Plattform blendet Werbung ein, behält die Erlöse

Plattform blendet Werbung ein, behält die Erlöse


19.11.2020, 13:24 Uhr

Gerade keine Zeit?

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Youtube will mehr Videos als bisher mit Werbeanzeigen unterbrechen. Die Erlöse, die dadurch entstehen, will der Dienst aber nicht mit den Videoproduzenten teilen.

Google ist ganz offensichtlich auf der Suche nach mehr Umsatz außerhalb seines Geschäfts mit Suchmaschinenwerbung. Nach der Umstellung von Google Fotos auf kostenpflichtige Speicherung, dem generell restriktiveren Umgang mit kostenlosem Google-One-Speicherplatz und etlichen Gerüchten über kommende kostenpflichtige Features geht es nun bei Youtube zur Sache.Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden
Künftig will die Plattform auch Werbeanzeigen in Videos bringen, deren Ersteller die Teilnahmebedingungen für das Partnerprogramm nicht erfüllen oder schlicht nicht daran teilnehmen wollen. Das hat Youtube in seinen geänderten Nutzungsbedingungen geregelt, die am 18. November zunächst in den USA in Kraft getreten sind. Auch in anderen Ländern will Youtube ähnliche Regelungen in Kraft setzen. Spätestens Ende 2021 soll weltweit einheitlich vorgegangen werden.
Dazu hat der Streamingdienst seinen Bedingungen einen neuen Abschnitt hinzugefügt. Der bestimmt, dass Nutzer Youtube das Recht gewähren, ihre Inhalte im Service zu monetarisieren. Dabei kann die Monetarisierung das Anzeigen von Werbung vor oder in Inhalten und sogar das Erheben einer Zugriffsgebühr für Nutzer umfassen.
Gleichzeitig regelt Youtube, dass diese Rechtegewährung nicht mit einer Vergütung einhergeht. Vielmehr schreibt Youtube ausdrücklich, dass Creators „nicht berechtigt“ sind, „Zahlungen zu erhalten.“ Mit anderen Worten: Youtube kassiert, die Videoersteller nicht.

Kaum Auswirkungen? Eher doch!
Diese doch sehr deutliche Änderung dürfte vor allem kleine Kanäle betreffen, die wegen ihrer geringen Reichweite nicht in der Lage sind, am Partnerprogramm teilzunehmen, oder das vielleicht auch gar nicht anstreben, weil sie das Erstellen von Videos etwa als reines Hobby betreiben.
Tatsächlich mag man argumentieren, dass die Änderung damit für die meisten kleinen Creators keine besondere Bedeutung hat, weil sie ohnehin nicht zu nennenswerten Einnahmen gelangen würden, selbst wenn sie beteiligt würden. Das lässt indes zwei Punkte außer Acht.
Zum einen dürften gerade Hobby-Videografen, denen es hauptsächlich darum geht, ihren Content zu streuen, generell kein Interesse daran haben, dass ihre Zuschauer durch Werbung beim Konsumieren der Filme gestört werden – vor allem ohne adäquate Gegenleistung. Zum anderen dürfte die Maßnahme für Youtube selbst finanziell sogar sehr relevant sein. Immerhin dürfte die Zahl der Kanäle, die nicht am Partnerprogramm teilnehmen, die Zahl derer, die es tun, deutlich überwiegen. Hier gibt es also sehr viel sprichwörtliches Kleinvieh, das ordentlich Mist macht, um im Bild zu bleiben. Entsprechend sauer reagieren erste Videoproduzenten auf die neuen Regelungen.
Vergütung für Partner wird zu Lizenzgebühr
Auch für die Teilnehmer des Partnerprogramms bleibt nicht alles beim Alten. So ändert Youtube die Charakterisierung der Vergütung für Kanäle mit mehr als 1.000 Kanal-Abonnenten und 4.000 Stunden Sehdauer in den letzten zwölf Monaten hin zu einer Art Lizenzgebühr. Das wird es Google erlauben, etwa Steuern direkt einzubehalten.

Youtube beginnt nun mit der Umsetzung der Monetarisierung und will zunächst nur eine „begrenzte Anzahl“ an Videos mit zusätzlicher Werbung ausstatten. Das dürfte indes eher dazu dienen, die Technik langsam hochzuskalieren und Erfahrungen mit der neuen Geldquelle zu machen, bevor der Regelbetrieb einsetzt.

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